http://www.schmitzpage.de
Etappe 3

Home
Nach oben

 

Bericht Tag 3: von Chur nach Aquarossa

Und wieder begann ein neuer Tag, allerdings mit ähnlichem Wetter wie schon der Tag von gestern. Der Regen blieb mir also Treu. Zu mindestens auf den ersten 10km eher er dann doch nach ließ. Heute stand der sehr bekannte „Passo del San Bernadino“ auf dem Programm. Mit 2066m doch schon eine deutliche Erhebung. Dabei ging es aber immer in Wellen nach oben, d.h. es ging ein Stück bergauf und dann auch wieder etwas bergab. Ein schnelles Steigen war so irgend wie nicht möglich, aber die Geschwindigkeit war mir so wie so nicht so wichtig. Relativ weit unten, also am Passanstieg traf ich weitere Radler. Ein paar Radler mit Rennrad, die natürlich deutlich schneller waren als ich, aber trotzdem einen kleinen Smalltalk suchten. Das ist übrigens ganz anders als hier bei uns. Hier scheinen ja die Rennradfahrer nichts mit Tourenradlern zu tun haben wollen. Grüße oder Unterhaltungen kommen so gut wie nicht vor. Warum eigentlich? Leider weiß ich das nicht. Ein älteres Ehepaar mit etwas Gepäck erklomm auch den Pass. Jedoch hatte ich dort so meine Bedenken, denn es waren keine Radler die schon lange radeln. Nein, diese hatten bei einer Fernsehsendung über die Strecke Chur bis Rom die Idee bekommen. Dabei zeigte die Sendung eine von Pferden gezogene Postkutsche und nun wollten sie diese Route fahren. Vielleicht für den Anfang etwas weit und die Fitness ließ etwas an mir Zweifeln, denn sie schoben schon bei einem relativ flachen Stück. Ob sie es geschafft haben kann ich leider nicht sagen und ob sie es an dem Tag noch bis Bellinzona geschafft haben auch nicht. Meine Vermutung tendiert eher zu nein, denn ich erreichte Bellinzona gegen 17:00 Uhr und ich war mit Sicherheit deutlich schneller. Doch vor soviel Mut und Entschlossenheit hatte ich schon Respekt. Ob sie wirklich wussten was auf sie zu kam? Der Aufstieg zum Pass war landschaftlich sehr reizvoll. Die Rheinschlucht vom Hinterrhein, ein netter See auf der Hälfte der Strecke. Traumhaft schön. Zudem verbesserte sich das Wetter wirklich enorm und die Sonne kam hervor. Die letzten 450 Höhenmeter gingen in Serpentinen hinauf und die Steigungsprozente wuchsen doch stärker an. Oben auf dem Pass zog ein kalter Wind und die Temperaturen wurden einstellig. Ein Italiener versuchte mich anzusprechen und machte Andeutungen, als wolle er ein Foto machen. Dabei hatte ich gedacht, dass er mit vielleicht helfen wolle bzgl. des Passfoto‘s. Aber nein, das hatte ich wohl falsch verstanden. Er wollte sich mit meinem Fahrrad und dem Passschild fotografieren lassen. Die Bitte habe ich Ihm nicht ausgeschlagen und mich dabei köstlich amüsiert. Danach stieg er wieder in sein Auto und hatte ebenfalls ein Lächeln im Gesicht. Wenn wollte er wohl damit beeindrucken? Mit Mütze und Handschuhe ging es nun bergab nach Bellinzona. Auf der Abfahrt wurde es richtig ungemütlich kalt, aber ich hatte es ja so gewollt. Jammern half nichts. Eine nette Abfahrt endete in einer Baustelle und einer roten Ampel. Dabei sprachen die Menschen schon alle italienisch und mein Verständnis tendierte gegen null. Ein Rennradfahrer gesellte sich hinzu und wir klafften auf dem Rad während der fahrt etwas. Er konnte deutsch und war gerade auf einer kleinen „Spazierfahrt“. Er war von meinem Vorhaben die Schweiz zu durch fahren total angetan, bekam von seiner Familie aber wohl nicht die Gelegenheit dazu. Aber das wäre auch nicht so schlimm wie er dann meinte. Bald erreichte ich Bellinzona und es wurde deutlich lauter. Es gab mehr Verkehr, die Menschen unterhielten sich in italienisch, usw.. Eigentlich wollte ich ja hier übernachten, hatte mich aber wegen des guten Wetters dazu entschlossen noch ein Stück zu fahren. Nach knappen 25km erreichte ich dann Aquarossa und ein gemütlicher Campingplatz direkt am Fuße zum Passo del Lucmagno war meine Heimat für diesen Abend. Das abendliche Mahl streckte sich wieder über den gesamten Abend. Ein paar Dauercamper schauten mal wieder ein EM-Fußballspiel, andere versuchten ihrer kleineren Kinder zur Ruhe zu bringen. Bald kehrte aber Ruhe ein und ich machte es mir im Schlafsack gemütlich. Ein paar Gedanken von der heutigen 160km langen Etappe beendeten meinen Tag.

 

Fotos?

kommen noch!