
| |
Bericht Tag 7:
Alpnachstad, Pilatus und Luzern
Am heutigen Tag war alles etwas anders als die Tage zuvor. Ein
ausgedehntes Frühstück im Zelt, gemütliches Duschen und kein Zeltabbau.
Also alles etwas lockerer und langsamer als sonst. Irgendwann bin ich dann mal
los und Richtung Innenstadt Alpnachstad. Dabei ist Innenstadt zuviel gesagt,
es war ein kleines Örtchen, aber der Startbahnhof für die steilste
Zahnradbahn der Welt. Diese geht mit bis zu 48% Steigung auf den
Pilatusgipfel, eine Erhebung von 2120 m ü.M, direkt am Vierwaldstätter See.
Diese Zahnradbahn ist übrigens keine technische Meisterleistung des 20. oder
21. Jahrhundert. Im Jahre 1889 wurde diese Bahn vom Ingenieur Eduard Locher
gebaut und fährt seit dem regelmäßig und ohne nennenswerte Unfälle. Die
48% Steigung sind bei dieser Bahn nur zu erreichen, weil die Zahnstange
zwischen den Schienen nicht vertikal, sondern horizontal angeordnet ist. Die Zähne
greifen also von beiden Seite und nicht von oben. Nur durch diese geniale Idee
sind diese steilen Anstiege für eine Zahnradbahn zu meistern. Nach ca. 30
min. erreichte die Bahn den Gipfel und es fing leider an zu regnen. Die Wolken
verdeckten die Sicht und ein sehr kalter Wind zog von Ost über den Berg. Es
war sehr schade, dass ich das Panorama nicht in vollem Umfang erleben konnte,
denn bei klarer Sicht sind bis zu 73 Berggipfel zu zählen und die Weite der
Schweiz erkennbar. Nach knappen 3h gab ich die Hoffnung auf Wetterbesserung
auf und ging Richtung Seilbahn. Diese wollte ich benutzen um nach Luzern
zukommen. Dabei musste ich allerdings noch zweimal umsteigen. Von der
Luftseilbahn in die Panoramagondel. Schon kurz nach dem Gipfel verschwanden
die Wolken und der herrliche Ausblick wurde frei. Ein wirklich tolles
Erlebnis, den schon ganz viele Persönlichkeiten erlebt haben. Nach wenigen
Minuten erreichte ich die Zwischenstation und von dort dann weiter mit den ständig
fahrenden Panoramagondeln. Über Baumwipfeln ging es stetig Richtung Luzern.
Ein kleiner Fußmarsch und eine Busfahrt führten zum Hauptbahnhof. Hier
sprudelte das Leben und viele Reisende waren unterwegs. Direkt am Bahnhof lag
auch der See und eine Stimmung wie am Mittelmeer war zu spüren. Der um 1300
erbauten Kapellbrücke musste ich natürlich auch einen Besuch abstatten, denn
das ist die älteste Holzbrücke Europas und auch das Wahrzeichen von Rom.
Allerdings ist die Brücke 1993 durch einen Großbrand zerstört worden, aber
wieder originalgetreu aufgebaut worden. Neben der Brücke steht der achteckige
Wasserturm, der einst zur Verteidigung und als Gefängnis diente. Auch die
Innenstadt besteht aus sehr vielen alten Gebäuden und bietet für Touristen
eine ganze Menge an Highlights. Am späten Nachmittag machte ich es mir am See
sehr gemütlich und genoss die Sonne, die körperliche Ruhe und den Trubel der
Passanten. Dabei sind mir mit Sicherheit auch die Augen ein wenig zugefallen
und ein kleines Schläfchen brachte wieder die nötige Energie zurück. Am
Abend fuhr ich dann mit der Eisenbahn nach Alpnachsrad zurück und machte es
mir auf dem Campingplatz gemütlich. Mit einigen Campern kam ich dann noch ins
Gespräch und der Abend klang bei Einbruch der Dunkelheit aus
|