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Etappe 11

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Bericht Tag 11: von Aarburg nach Zürich

Am Morgen wachte ich etwas später auf als die Tage zuvor. Jedoch für viele andere Urlauber noch deutlich früher und die Kirchenuhr schlug gerade dreiviertel sieben. Die Sonne strahlte wieder und die Wolken fielen bei dem leuchtenden blauen Himmel so gut wie nicht auf. Es versprach wieder ein herrlicher Tag zu werden. Zudem waren die ca. 110km ja nun wirklich nicht so beängstigend wie noch die Alpenpässen. Konnte ich doch sehr entspannt an der Aare entlang fahren und die war wie die meisten Flusstäler  sehr flach. Die wenigen kurzen Steigungen störten mich überhaupt nicht. So konnte ich die Aussicht abermals genießen und meine Rundfahrt gemütlich ausklingen lassen. Einige Wasserlaufradkraftwerke kreuzten meinen Weg bzw. stauten das Wasser der Aare etwas an. Eine wirklich preiswerte Stromerzeugung, die durch geschickte Verkleidung des Gebäudes noch nicht mal eine landschaftlicher Verschandelung darstellte. Einige dieser Gebäuden waren sogar sehr ansehnlich und würden auch in das Stadtbild von Ahrweiler passen. Auch war die von vielen Umweltschützern oft genannte Geräuschentwicklung so gut wie nicht wahrnehmbar. Im Gegenteil, denn sobald ein PKW an mir vorbei fuhr wurde der Pegel deutlich höher und von der Stromerzeugung war nichts zu erkennen. Unterwegs kamen mir viele Schüler entgegen, die wohl in den letzten Zügen vor den Sommerferien waren. Manche zu fuß andere mit dem Rad. Ein paar wenige hatten wohl auch noch ein Sportfest und kämpften sich schweißtreibend im Stadion und sprangen, liefen und warfen. Eine Schule machte sich schon durch laute Musik aus der Ferne bemerkbar. Ein Orchester spielte wohlklingende Stücke vor den versammelten Schülern und Lehrern auf dem Schulhof, welche zum letzten Schultag ein fest veranstalteten. Bald fuhr ich weiter und die Landschaft wurde wieder sehr ländlich. Viele Felder säumten den Weg und begleiteten mich auf den letzten Kilometern Richtung Zürich. In einer Entfernung von ca. 20km vor Zürich wurde ich dann auch auf die Schweizer Politik aufmerksam gemacht, die vergleichbar mit der in der Umgebung Frankfurt ist. Dabei hatten viele Bürger Plakate und Transparente aufgehangen und mit Texten versehen die da lauteten: „Gleichberechtigung für alle! Startbahn Richtung Osten“, „Keine Erweiterung auf unsere Kosten“ oder „Nicht alle Flüge über uns!“ etc.. Es handelte sich also um Bürgerproteste gegen die wohl geplante Flughafenerweiterung von Zürich. Und in der tat hörte ich vermehrt Flugzeuggeräusche, die sich mit zunehmender Nähe zu Zürich noch verstärkten. Für mich war das jetzt nicht störend, sogar eher interessant, aber für die Anwohner mit absoluter Sicherheit sehr nervend und störend. Vermutlich wird dieser Bürgerprotest genau so erfolgreich sein wie in Frankfurt oder an vielen anderen ähnlichen Orten. Kurz vor Zürich kam ich an einer kleinen Wiese vorbei auf der Schafe standen. Das alleine ist noch nichts besonders und bedarf hier auch keiner besonderen Erwähnung. Nur stand ein Sonnenschirm auf dieser Wiese und die Schafe standen unter diesem Schirm. Das war schon lustig, wobei es aber noch eine absolute Besonderheit gab, denn der Sonnenschirm war zu klein um allen Schafen Schatten zu spenden. Und das was bei Menschen nur ganz selten funktioniert schien bei den Tieren ganz selbstverständlich. Jedes Schaaf blieb eine gewisse Zeit unterhalb dieses Schirmes und ging dann freiwillig wieder in die Sonne und stellte sich abermals hinten an um wieder erneut an die Reihe zu kommen. Eine lustige aber sehr interessante Darstellung der Tierwelt. Lehrreich für die Menschheit! Kurz danach erreichte ich die ersten Häuser von Zürich und der Trubel und Verkehr nahm deutlich zu. Zunächst steuerte ich wieder den Bahnhof an und informierte mich über den Standort des Campingplatzes. Dieser lag zur Freude von mir nur ca. vier Kilometer vom Bahnhof entfernt direkt am Züricher See. Einfach am See entlang steuerte ich mein bike in die Richtung des Campingplatzes. Am Ziel angekommen baute ich gemütlich mein Zelt auf hatte es dabei überhaupt nicht eilig. Es war kurz nach Mittag und der halbe Tag lag noch vor mir. Am Nachmittag fuhr ich dann ins Zentrum und ließ es mir gut gehen. Gemütlich schlenderte ich durch die Gassen und nahm ein ausgedehntes Mahl am Züricher See ein. Ein anschließendes Nickerchen in der Sonne war eine Wohltat. Irgendwann wachte ich dann auf und entschloss in den angrenzenden Park zu fahren und dort noch ein wenig die jetzt vorhandene Ruhe zu genießen. Am frühen Abend fuhr ich dann zum Zeltplatz zurück und nahm ein ausgedehntes Bad im See. Es war herrlich angenehm erfrischend und die Bewegung im Wasser war doch eine ganz andere als die noch auf dem Rad. Viele Camper und auch Gäste fanden sich am kleinen Strand ein und genossen den warmen Sommerabend. Bis spät in die Nacht lag ich am Strand und schaute auf den See, der immer noch einige Schwimmer beheimatete und viele Boote trug. Irgendwann überkam mich die Müdigkeit und der Schlafsack rief mich zur Ruhe.