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Zürich

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Bericht: Zürich und Heimfahrt

Am nächsten Morgen strahlte die Sonne leider nicht mehr ganz so und der Tag schien nicht mehr so gut zu werden. Deshalb entschloss ich mich ohne Badehose in die City zu düsen. Zürich ist eine sehr schöne Stadt, eine Mischung aus einer historischen Altstadt und einem neueren Teil. Dabei ist aber das sogenannte Neubauviertel nicht so extravagant, das es nicht mehr so recht in das Stadtbild passt. Eine große Universität beheimatet Zürich und viele Studenten leben in dieser Stadt. Vorsicht ist nur geboten beim Überqueren der Straßen. Die blau/weißen Straßenbahnen fahren in einem außerordentlichen Takt und jeder der mit dem Auto in die Stadt fährt ist selber Schuld. Zusätzlich zur S-Bahn bietet Zürich die Fahrt mit dem Bus oder sogar mit dem Schiff an. Eine Vielzahl von Möglichkeiten für den Einheimischen, aber auch für den Touristen. Am Abend schlenderte ich durch die Altstadt und viele Menschen zogen umher. In einigen Kneipen waren Menschentrauben vor dem Eingang zu erkennen und es war doch sehr ungewöhnlich. Zur Durchleuchtung dieses Phänomens sei gesagt, dass das Halbfinale der Fußball Europameisterschaft gerade lief und viele Gastwirte einen Fernseher in Lokal stellten. Ich gesellte mich einfach dazu und der Abend klang gemütlich aus. Die Rückfahrt startete ich abermals erst später am Abend und war aber froh wieder im Schlafsack zu liegen. Die Tour hatte wohl doch ein paar Spuren hinterlassen und eine Müdigkeit überkam mich. Schnell war ich im Land der Träume. Am letzten Tag meiner Tour wurde ich wieder durch ein paar bekannte Geräusche geweckt und diese Geräusche assoziierte ich mit nichts verheißungsvollem. Es waren Regentropf, die auf dem Zelt nieder gingen und dieses typische „dock“ „dock“ Geräusch erzeugten. Deshalb ließ ich den Morgen erst mal morgen sein und drehte mich noch ein paar mal um. Im Klartext, ich schlief noch weiter. Irgendwann hörte auch der Regen auf und ich packte meine sieben Sachen. Nach dem Bezahlen radelte ich zum Bahnhof und informierte mich über die Zugverbindungen. Im angrenzenden Schlosspark machte ich das Abschlussfoto mit gepacktem Fahrrad und mich überkam dabei ein komisches Gefühl. War es doch exakt die gleiche Stelle wie vor knapp 14 Tagen beim Start der Tour. Den Tag verlebte ich noch in Zürich und die Menschenmassen nahmen stündlich zu, es war an diesem Wochenende „Züri Fescht“, quasi das Altstadtfest von Zürich. Dieses Fest begann am Abend und die Stadt war ein großer Kirmesplatz. Überall strömten Besucher aus den Zügen, den S-Bahnen und Bussen, die Stadt füllte sich und nach Aussage der Einheimischen sollte es langsam sehr unangenehm voll werden. Jeder der nicht unbedingt hier bleiben müsste, der sollte fahren. Für mich war das eh egal, weil mein Zug um ca. 20:00 Uhr fuhr. Schon recht früh war ich im großen Bahnhof und amüsierte mich über die vielen Reisenden oder Festbesucher. Es gab Frauen, die sich noch schnell im Spiegel schminkten, Männer, die nervös mit dem Handy telefonierten. Natürlich auch solche, die einen Rucksack mit vielen Getränken alkoholischer Art trugen. Mädels, die quasi ein Hauch von nichts trugen und in ihren Schuhen kaum laufen konnten. Dann gab es aber auch noch welche, die einfach nur verreisen wollten, denen der Trubel wohl zu viel wurde. Es gab die unterschiedlichsten gestalten und Typen, lustig mit anzuschauen. Dann kam auch schon bald mein Zug, der CityNightLine. Ein Nachtzug, der bis in die Niederlande fuhr und in Bonn hielt. Pünktlich fuhr der Zug nach der Schweizer Uhr ab und ich genoss noch die Aussicht bis zur Dunkelheit. Bald darauf schlief ich ein und wachte am Morgen wieder auf. Die paar Meter bis nach Hause waren kein Problem.
Meine Tour hatte ich erfolgreich und gesund überstanden. Die Rundfahrt mit 1.501 km und 20.101 Höhenmeter war meine bisher längste Tour, aber auch wieder eine meiner landschaftlich schönsten. Herrliche Flusstäler, imposante Gipfel und Gletscher mit steilen Passstraßen, Eisenbahnen in unvorstellbaren Lagen und leuchtende Seen wurden mir näher gebracht. Ein wieder mal unvergessliches Erlebnis in einem sehr schönen Land war nun schon wieder Geschichte. Meine physische Verfassung war auch im Gegensatz  zur Tour von Basel nach Nizza auch deutlich besser. Hatte ich doch lediglich zwei Kilogramm abgenommen, aber noch mehr als einen Monat danach einen Appetit, der deutlich an die doppelte Menge des Normalen stieß. Aber das war es auch schon und es bleiben die schönen Erinnerungen an diese Schweizrundfahrt.